Startseite1999-2004Summernight 2003

Summernight 03

Der Ansturm begann bei Sonnenuntergang

Kölliken Mit rund 1500 Besuchern verzeichnete das 3. Badi-Open-Air eine Rekordbeteiligung



Rund 1500 Kids, Teens und Twens besuchten am Samstagabend das 3. Badi-Open-Air, das von der in der Freizeitgestaltung aktiven Gruppe BoA organisiert worden war. Sowohl die von DJ Roger Brogli zelebrierte Discomusik wie auch die Auftritte der Schöftler Vibes und der Gruppe Reaction begeisterten das Publikum. Gelungen war auch der Open-Air-Kinoabend am Freitag.

Bernhard Schindler

Das Open-Air-Wochenende in der Kölliker Badi war am Freitagabend bei angenehmen Lufttemperaturen von 23 Grad mit dem Film «40 Days and 40 Nights» eröffnet worden. Lange vor dem Eindunkeln trafen sich jüngere und ältere Gäste in der Badi und frequentierten zunächst die Badi-Bar. Durst galt es zu stillen, denn ein heisser Sommertag ging zu Ende.

Frech-liebenswürdiger Film

Wie sich am Vorabend des längsten Tages dieses Sommers die Sonne endlich gegen 22.20 Uhr zur Ruhe legte, flimmerte der frech-liebenswürdige von der für die Filmauswahl in der Villa Clara zuständigen «Tonix» ausgewählte Streifen über die Badi-Leinwand und erfreute ein knappes Hundert Film- und Open-Air-Freunde. Ein lauer Abendwind begleitete das Kinogeschehen um eine verfrühte Sexabstinenz, auf die Freunde des Protagonisten Wetten abgeschlossen haben. Der Übergang vom Frust einer abgetanen Liebe bis zur Freude an einer neuen dauert eben oft weniger lang als das selbst auferlegte Keuschheitsgelöbnis ...

Brogli ist nicht gleich Brogli

Nach 20 Uhr belebte sich dann am Samstagabend die Badi ein zweites Mal. Doch lange blieb der Ansturm in Grenzen, obwohl DJ Roger Brogli die Stimmung mit DJ Bobos neuesten Hits anheizte. Auf die Frage des Berichterstatters, ob es sich bei Roger Brogli um den Sohn des Radiomannes Brogli handle, sagte Raphael Maier, der für die Presse zuständig war: «Nicht der Sohn, er ist es selber.» Ganz Unrecht sollte Maier nicht haben. Roger Brogli ist selber «Radiomann», er gilt als guter DJ bei Radio 32, hat aber mit seinem Namensvetter nichts zu tun. Der um einige Semester ältere Journalist hatte natürlich den Kölliker Brassband- und Blasmusik-Moderator Kurt Brogli von Radio DRS gemeint. Nein, sagte Roger Brogli nach dem Auflegen einer neuen Disc, Vater und Sohn seien sie nicht. Aber immerhin indirekt miteinander verwandt. Roger Brogli stammt aus Olten, «aber unserer beider Familie kommt ursprünglich aus dem Fricktal!»

No drugs for Teens

Während die letzten Sonnenstrahlen über die Badi glitten, bevölkerte sich das Areal langsam mit Disco-Fans aus Kölliken, aber auch aus der weiteren Umgebung. Am Eingang wurde das Alter der Gäste kontrolliert, und die unter 18-Jährigen erhielten ein andersfarbiges Bändeli um den Arm, welches nicht zum Bezug von Alkohol berechtigte. «No drugs for Teens», sagte streng einer der Sicherheits-Verantwortlichen. Die «RS Security» ist wie die das Open Air organisierende BoA ein Kölliker Verein, welcher sich auf Sicherheitsfragen an öffentlichen Anlässen spezialisiert hat. RS-Security-Leute sorgten auch während des ganzen Anlasses dafür, dass niemand sich zu den nachts gefährlichen Schwimmbecken begab.
An der lang gezogenen Bar auf dem Tanzfeld, wo sich unterdessen die Mitglieder der ersten live auftretenden Band bereitmachten, standen die Jugendlichen. Und weil es so heiss war (das Thermometer am Eingang zeigte auch nach 22 Uhr noch über 25 Grad), wurde hauptsächlich Alkoholfreies konsumiert. Die Nacht war ja noch lang, das Open Air sollte bis zwei Uhr morgens dauern. Unterdessen begannen sich verschiedene Mädchengruppen im Takt der Discomusik zu wiegen. Es dauerte aber noch einige Zeit, bis auch die männlichen Jugendlichen zum Tanzen fanden.

Verschreckte Wespen

Auf der Wiese, wo später getanzt werden sollte, waren verschreckte Wespen anzutreffen, die wütend surrend um die Köpfe der Jugendlichen brummten. Doch die meisten nahmen die ungebetenen Gäste gelassen in Kauf, dem Berichterstatter sind keine Wespenstiche aufgefallen, obwohl auch er selber heftig mit den Händen ruderte, um die gelb-schwarzen Insekten zu vertreiben.

Die Vibes fanden Musikgehör

Zeit scheint an Open-Air-Veranstaltungen eine untergeordnete Rolle zu spielen. Zuerst war die Schöftler Band Jibes auf 21.45 Uhr angekündigt, dann verschob sich der Auftritt auf 22.15 und begann endlich um 22.30 Uhr. Niemand schien sich darüber zu ärgern. Die vier jungen Musiker fanden dann aber sofort Gehör bei den nun immer zahlreicher erscheinenden Gästen. Nun war die Party richtig eingeläutet. Als sich der Berichterstatter gegen 23 Uhr den Weg zum Ausgang der Badi Kölliken bahnte, fand er vor dem Badi-Tor eine rund 60 Meter lange Viererkolonne von jungen Menschen, die auch noch Eintritt zu diesem Open-Air-Anlass verlangten. Und auf dem Weg ins Dorf kamen ihm immer wieder Velofahrer und Fussgänger entgegen, die ebenfalls noch in die Badi wollten.
Natürlich hatte ganz Kölliken akustisch etwas von den Rhythmen und Melodien auf dem fernen Badi-Areal. Immerhin darf festgehalten werden, dass die Veranstalter wenigstens beim Schluss des Open Airs die Zeitlimite exakt einhielten. Punkt 2 Uhr früh war Ende der Veranstaltung. Männiglich und weibiglich begab sich nach Hause, voller Vorfreude auf die 4. Auflage in einem Jahr.

ZT online / Mittelland Zeitung / Montag 23. Juni 2003



Bilder Summernight 2003

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